Twitter tötet NPCs | „Ich war auch ein NPC wie du, doch dann bekam ich einen Bann in’s Knie“

Anlässlich meines Twitter-Bannes ein kleiner Kommentar zum NPC-Meme und wie Twitter mit dem Bannhammer gegen diese entartete Memetik vorgeht.

Nun ist es passiert. Jetzt wurde auch mein Account erstmals bei Twitter gesperrt. Eine Erfahrung, die mir andere aufrechte Kritiker, Shitposter und Trolle voraus haben. Ich war stets bemüht zwar mit dem Medium meinen Spaß zu haben, aber auch zugleich einen guten Umgang mit Leuten zu halten. War der Account im vergangenen Jahr ohnehin nur dafür gedacht, dass ich ein paar YouTuber damit ärgere, ist er einem nach über 17k Tweets und dem regelmäßigen Austausch mit den Leuten doch irgendwie ans Herz gewachsen. Umso länger man den Account hat, umso schmerzlicher ist sein Verlust, nicht allein wegen Follower. Ich verliere bspw. damit auch mein Twitter-Handle. Das tut ein bisschen weh, aber der Verlust wäre verschmerzbar gewesen, wäre er gut bezahlt gewesen: mit einem ordentlichen Grind eine Menge Salz farmen, in dem man den üblichen Schreckgestalten der deutschen Alt-Left so richtig auf den Zünder geht. Von der Gender-Aktivisten über gutmenschelnde Mitbürger bis hin zu offen gewaltbejahende und totalitäre Journalisten.

Umso trauriger ist, dass der Account wegen eines Memes sterben musste. Es geht um das sogenannte NPC-Meme. Wem das nichts sagt, das ist nicht schlimm. Das hat erst vor ein paar Tagen in den USA so richtig Fahrt aufgenommen und ist bis auf einige Vorreiter eigentlich nicht großartig nach Deutschland geschwappt.

Ein NPC ist im Gaming-Jargon die Abkürzung von Non-Player-Character, also einen Nicht-Spieler-Charakter. Dabei handelt es sich um all diejenigen Charaktere in einem Videospiel, die nicht vom Spieler oder einem Mitspieler kontrolliert werden, also durch den Computer gesteuert werden. Ihre Persönlichkeit, ihr Verhalten und ihre Dialoge sind entsprechend fest programmiert. Sie haben nur begrenzte Handlungsfreiheit. Ein NPC folgt also seinen programmierten Routinen.

Angesichts der Phrasenhaftigkeit von Äußerungen der Alt-Left-Bubble und deren unkritische und unreflektierte Gefolgsamkeit hinter den von ihnen akzeptierten Ideologien mit einem Hang dazu die Meinungen akzeptierter Wortführer ebenso unreflektiert zu übernehmen und wiederzugeben, haben dazu geführt, diese Art linker Ideologen und Mitläufer als NPC, also nichts anderes als von ihrem ideologischen Programm gesteuerte Drohnen, zu verballhornen.

Eine besondere Ebene: Als eine solche Drohne verfügt der NPC nur augenscheinlich über eine eigene individuelle Idenität und eigene Gedanken, was das Meme entsprechend auf die Schippe nimmt, in dem zwar jeder NPC sich, ähnlich wie Alt-Left-Mitglieder und SJWs, selbst als ganz besonderes Individuum wahrnimmt, dass allerdings geistig identisch und uniform mit seinen Mit-NPCs ist. Deshalb werden die NPCs im Meme mit einem einheitlichen grauen Gesicht und stumpfem, leerem Gesichtsusdruck dargestellt. Das diese Uniformität, wie bei realen SJWs, keine wirkliche abweichende Individualität akzeptiert, ist implizit darin enthalten. NPC agieren wie Borg, geben allerdings vor Individuen zu sein.

Zunächst nutzte man das Meme um Journalisten, Politiker, Aktivisten und Ideologen durch fotoshoppen ihrer Gesichter in NPCs zu verwandeln, später nahm es Rollenspielzüge an. Man legte sich als Twitter-User Profilbilder mit dem NPC-Gesicht und entsprechende Profilnamen zu, um selbst als NPCs aufzutreten und überspitzte Alt-Left Positionen (zum Teil auch reale, denn häufig kann man diese Aussagen kaum mehr parodieren) wiederzugeben, sich in Twitter-Threads von Alt-Left-Aktivisten und Journalisten einzuschalten und dort mit sichtbaren Drohnenverhalten Zustimmung zu signalisieren und sich durch Retweets und Zustimmungs-Tweets gegenseitig in seinen Meinungen und seiner Individualität zu bestätigen.

Als dann erste Kritik am NPC-Meme aufkam, formierte man sich selbst als PoG (People of Gray), was eine Anspielng auf PoC (People of Colour, Farbige und daher unterdrückte Menschen) ist und warf dann sämtlichen Kritikern spiegelbildlich zu deren sonstigen Aussagen Graycism (Anti-Gray Racism) und grayphobia vor. Je nachdem, wie übergriffig man in andere Threads hinein gegangen ist, war es in weiten Teilen trotzdem ein unterhaltsames Gesellschaftsspiel und ist soweit ich nach Lektüre der Twitter-Regeln beurteilen kann, nach diesen von Twitter offiziell verfolgten Regeln völlig rechtens gewesen. Wenn sich Leute angegriffen fühlen, weil ihren Positionen und Tweets plötzlich zugestimmt wird oder diese retweetet werden, weil ihre eigenen Positionen geteilt werden, dann sollten man sich vielleicht die Frage stellen, wo hier das eigentliche Problem zu suchen ist und ob das nicht schon himmelschreiend absurd ist.

Das, was dieses Meme abseits des Spaßfaktors (als Zuschauer wie als Teilnehmer) so besonders machte, ist die eigentliche Vervollständigung der Echo-Kammer, in dem die Leute, die ihre Parolen sonst nur in die Welt blasen und Journalisten, die selbst die übergriffigsten Aussagen relativieren, nun 24/7 damit revers beschallt wurden und einen Geschmack davon bekamen, wie es normalen Menschen geht, die sich sonst Berichterstattung, ideologische Theorierei und darauf fußende Gehässigkeiten (White Man are trash etc.) sonst auch bieten lassen müssen.
Noch bezeichnender wird es, wenn Twitter dann allerdings anfängt gegen Leute vorzugehen, die diese Positionen verbreiten oder ihnen zustimmen, nicht aber gegen deren Urheber. Vielmehr wird hier gezeigt: Die Ideologie ist unironisch nicht das Problem. Ihr seid es, in dem ihr sie offenkundig ironisch weiterverbreitet.

Nun hat die Twitter-Unternehmensführung – wie der überwiegende Anteil der amerikanischen Digitalbranche – einen linken bis sehr linken Einschlag, allerdings an eine Kommunikationsplattform muss der Maßstab der Neutralität bei der Nachrichtenübermittlung angelegt werden. Die Freie Rede ist zudem in den USA ein Gut von höchstem Verfassungsrang. Es scheint also nicht gereicht zu haben, dass Twitter erst vor kurzem einen großangelegten Skandal am Hacken hatte, als es um das Shadowbanning und Zurückhalten von konservativen Accounts ging. Eine Praxis die scharf kritisiert wurde.

Ging es da wiederum um „Vergehen“, die man, wenn man dem Konservativen nicht zugeneigt ist, als Hatespeech bewerten kann, ist das Vorgehen von Twitter im Fall der Sperrung von Accounts wegen des NPC-Memes ein letztgültiges Eingeständnis, dass bei Twitter bezüglich der Anwendung von Sanktionen Willkür herrscht. Etwas das die meisten Twitter-Nutzer ohnehin schon wussten, dass sich hier aber besonders pointiert darstellt.

Ein Twitter-Nutzer schließt wie der Nutzer eines jeden Dienstes, einen Nutzungsvertrag. Dieser ist allerdings nicht einseitig sondern gegenseitig. Der Nutzer verpflichtet sich bspw. zur Anerkennung der geltenden Plattformregeln und erklärt sich bereit dazu entsprechende Daten mit dem Unternehmen zu teilen. Dafür ist ihm allerdings eine störungsfreie Nutzung der Plattform zugesichert. Um allerdings die Regeln befolgen zu können, müssen diese verbindlich bekannt gemacht sein. Es ist das Zeichen von Willkürregimen (letztlich auch ein Merkmal des Faschismus, am Rande gesprochen), dass Regeln/ Gesetze schwammig oder gar nicht formuliert sind, damit der Nutzer/ Bürger in einer ständigen Unsicherheit darüber gehalten werden, was sie tun und was sie nicht tnn dürfen.

Das führt zur NPC-Problematik zurück. Die Sperrung wird einfach lapidar mit einem Verstoß gegen die Twitter-Regeln begründet. Eine Spezifikation findet nicht statt. Eine Meldung gab es vermutlich auch nicht. Es gibt für dieses spezielle Meme natürlich keine spezielle Regel, aber es gab auch keine Verlautbarung von Twitter dazu, dass die Nutzung von Profilbild und Profilname zur Teilnahme an dem Meme verboten wäre. Wer auch immer aus Spaß, Solidarität oder um halt beim Trend mitgemacht zu haben, sein Profilbild und seinen Namen dem NPC-Meme angepasst hat, konnte damit ohne sich weiters etwas zu Schulden kommen zu lassen, auf der Bannliste landen.

Eine offizielle Warnung gab es dazu auch nicht. Warnungen in der Community gab es dann eher im englischsprachigen Twitter. Wegen der überschaubaren Größe im Deutschen Raum war ich bspw. bis kurz vor dem Bann ahnungslos.

Wie weiter oben beschrieben, verstößt, wenn man es nicht übertreibt, auch das Postingverhalten nicht grundsätzlich gegen die Twitter-Regeln und wie Sperrungen in unserer deutschen Gruppe zeigen, waren auch Accounts betroffen, die im Zusammenhang mit dem Meme aus Spaß allein mit anderen Meme-Accounts interagiert haben, also es damit auch keine sonstwie geartete „Bedrängungssituation“ gab. Zudem waren andere Accounts, die ebenfalls mitgemacht hatten und sich in die Interaktionen eingebracht hatten, nicht betroffen, wohl weil sie einen Tag später Profilbild und Namen wieder wechselten. Es geht hier also nachweislich nicht um konkrete Tweets sondern um Äußerlichkeiten.

Nennen wir das Kind beim Namen: Es gibt und gab offenbar nie eine Einzelfallprüfung sondern hier wirkt im Hintergrund scheinbar ein Algorithmus, der die Profilbilder nach Ähnlichkeiten untersucht und anschlägt, wenn dazu im Profilnamen „NPC“ vorkommt. Ob es dann noch jemanden gibt, der die Sperrung manuell bestätigt oder nicht, ist hier egal, da offenbar das sonstige Postingverhalten des Users nicht einbezogen wird (ich bspw. habe durchgängig auch während ich Profilbild und Name geändert hatte, nach wie vor weiter getwittert wie sonst auch). Das Verfahren an sich gäbe allein schon Grund genug für massive Kritik. Was dem Ganzen die Krone aufsetzt, ist das hier keine Sperrungen über Zeit verhängt werden bspw. ein oder zwei Wochen bis sich das Meme, wie das immer passiert, spätestens totgelaufen hat, sondern gleich eine komplette Sperre auf unbestimmte Zeit verhängt wird, die Twitter mit der Anzeige „ ist momentan gesperrt“ auch noch zynisch verschleiert, denn offenkundig ist eine Wieder-Freischaltung des Accounts nicht vorgesehen.

Ich habe jetzt noch einen Einspruch anhängig, weil ich wirklich ein bisschen an dem Account hänge, aber ich mache mir angesichts der Erfahrungen anderer aus der Vergangenheit wenig Hoffnung. Wenn nach der Schließung der Twitter-Hauptstelle in Deutschland und dem Personalabbau überhaupt noch jemand da ist, der den Einspruch sinnvoll bearbeiten kann. Tja bei so einem tollen Regelmanagement fragt man sich, warum Twitter hierzulande nicht mehr Kunden für sich gewinnen konnte.

Was Viele im Grunde für Europa mit der Einführung des NetzDG und der DSGVO befürchtet haben, exekutiert Twitter jetzt in den USA schon ganz von selbst: Hier wurde ein Meme zu entarteter Memetik erklärt und wird rigoros durch ein soziales Netzwerk bekämpft.

Deshalb bleibt kritisch und aufmerksam und ehret die Grauen, die für euch starben, denn es kann in Zukunft auch euch treffen:

„Ich war auch ein NPC wie du, doch dann bekam ich einen Bann in’s Knie“


Update 1: Als ich den kleinen Verweis zum Faschismus brachte, war ich mir nicht sicher, ob ich nicht zu dick auftrage. Allerdings habe ich festgestellt, dass Tweets von gesperrten Accounts scheinbar auch nicht mehr bei Twitter angezeigt werden. Die Nähe zum „Vaporisieren“ aus Orwells 1984, oder altertümlicher der damnatio memoriae, liegen nah. Jetzt halte ich die Aussage für berechtigter.


Update 2: Natürlich hat das NPC-Meme noch eine Vorgeschichte, die ich allerdings hier weggelassen habe, weil es mir um den politischen Aspekt des Memes ging. Ursprünglich entstand das Meme im Zusammenhang mit einem Bericht wonach ein nicht unwesentlicher Teil der Bevölkerung angeblich keinen inneren Monolog, keine innere Stimme haben soll. Was wohl den meisten als Zeichen eines selbstständigen Denkprozesses gilt und man sich daher scherzhaft fragte, ob diese Leute vielleicht NPCs sind.

Hier noch einmal eine Kurzzusammenfassung von „Know your Meme“ über die genaue Entwicklung:

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Rezept für einen #MeTwo-Eintopf

Aus einer Menge halalem Mett und deutschen Bio-Kartoffeln wird dank bunter Zutaten und einer ordentlichen Prise Salz ein wohlschmeckendes Gericht.

(geeignet um es in großen Mengen auch für Gäste (of Colour) zu kochen)

Sie brauchen:

  • 1kg Halal-Mett
  • 700g original alman Biokartoffeln
  • 300g Petersilienwurzel aus dunkeldeutschem Boden
  • 200g Zwiebeln
  • 1 Knoblauchknolle
  • 1 Bund Suppengemüse
  • Gewürzvielfalt nach Belieben (ggf. 1 multi-geschmacklicher Brühwürfel)

 

Die deutschen Kartoffeln schälen, kleinschneiden und in einem Wasserbad die Kartoffelstärke ausspülen.
Zwiebeln schälen und klein schneiden, niemand wird ihnen übel nehmen, dabei ein paar Tränen zu vergießen 😉 Vor der Familie können sie damit auch gleich noch zeigen, wie sehr sie beim Kochen bei der Sache waren 😀
In gleicher Weise bereiten sie die Petersilienwurzeln und das Suppengemüse vor.

Das Halal-Mett nach eigenem Empfinden würzen. Neben Salz und Pfeffer bieten sich auch Paprika und Curry an, verwegenere Mischungen sind auch möglich. Hier setzen nur die eigenen geschmacklichen Toleranzschwellen der Gewürzvielfalt Grenzen. Danach erhitzen sie etwas Fett (Öl, wahlweise auch Margerine) in einer Pfanne und schwitzen die Zwiebeln kurz an und geben dann das Mett dazu. Beides auf der linken Herdflamme kurz anbraten, damit es Farbe gewinnt, aber nurz kurz.

Derweil bereiten sie auf der rechten Herdflamme bereits einen großen Topf vor. Gießen Sie die Kartoffelstücken ab und geben sie sie in den Topf. Dann geben sie das Mett und die Zwiebeln, die Farbe gewonnen haben sollten, aus der Pfanne hinzu.
Tipp: löschen sie die Pfanne mit ein wenig Wasser ab und benutzen sie Pfannenwender oder Holzlöffel um das in der Pfanne befindliche Fett zu lösen (da ist noch Geschmack drin!) und geben sie die Flüssigkeit mit in den Topf.

Anschließend fügen sie der Mischung noch die kleingeschnittenen Petersilienwurzeln und das Suppengemüse zu. Ist das erledigt gießen sie die Mischung mit Wasser auf, sodass sie leicht davon bedeckt ist und drehen die Flamme hoch und schließen den Topf. Während der Topf erhitzt, schälen sie den Knoblauch und schneiden die Zehen in kleine Scheiben. Wie viele Zehen sie nehmen wollen, hängt von ihrem eigenen Geschmack ab. Wenn die Mischung so richtig am Kochen ist, fügen sie den klein geschnittenen Knoblauch und 1 – 2 Esslöffel (es empfiehlt sich Abschätzen anhand der Wassermenge) Salz hinzu.

Drehen sie nun die Temperatur etwas herunter und lassen das ganze auf kleinerer Flamme 25 – 30 Minuten köcheln. Probieren sie etwa nach der Hälfte der Zeit die Brühe, würzen ggf. noch mit ihrer Gewürzvielfalt nach, wenn ihnen der Geschmack noch nicht zusagt, im Zweifel kann hier auch ihr Brühwürfel zum Einsatz kommen.

Testen sie gegen Ende der 25 Minuten, ob alle Kartoffel- und Petersilienwurzelstücken gar gekocht sind, wenn nicht, geben sie dem Eintopf etwas Zeit. Sollte dann alles bissfest sein, nehmen sie ihre patentierte Kartoffelkeule zur Hand und mengen die Masse ordentlich durch, bis ein gefälliger löffelbarer Brei entsteht. Wenn sie es noch feiner mögen, können sie auch einen elektrischen Pürierstab nehmen und die Masse ausgiebiger bearbeiten.

Sobald ihnen die Konsistenz zusagt, sind sie auch schon fertig. Portionieren sie die Suppe auf Teller und dekorieren sie sie mit Petersilie, die vielleicht noch vom Bund Suppengemüse übrig ist.

Manch einer mag vielleicht überlegen dem ganzen zur geschmacklichen Erweiterung noch Schweinespeck hinzuzufügen. Verzichten sie darauf. Er ist geschmacklich völlig unnötig und das Gericht wäre für Menschen, die sich halal ernähren möchten, nicht mehr geeignet. Ggf. würden sie damit einen Teil ihrer Gäste ausschließen.

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Lasst sie screechen

in der kritischen Debatte über sein und Gündogans Foto mit Erdogan zückt Özil die Rassismus-Karte. Ein willkommener Anlass für alle getroffenen Integrationseuphemisten, die Özil- und Integrationsdebatte in eine Rassismus-Debatte umzuwandeln, um vom Thema abzulenken. Wir sollten uns darauf nicht einlassen.

Ein Artikel zu Özil wird noch kommen, denn dieses Schmierentheater verdient selbst eine nachgeschobene Betrachtung, aber lasst mich eine kurze Anmerkung zur sich gerade auffächernden Debatte machen.

Mit dem Ausspielen der Rassismuskarte hat Özil all jenen einen Gefallen getan, die diese ganze Debatte von der Person Özil oder den Integrationsproblemen schon die ganze Zeit weglenken wollten, weil sie ihnen unangenehm ist, um auf das Thema Rassismus zu sprechen zu kommen. Es ist ein Derailing dieser Debatte, die zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen soll, den Fokus von Özils (und auch Gündogans) Problemen mit der Integration (die zu Fragen, die Integration generell betreffend, führen können) wieder einmal auf den angeblichen Rassismus der deutschen Gesellschaft zurückzuverweisen, einmal um Özil und Gündogan (ob sie jetzt nun integriert sind oder nicht, diese Frage wird dann dort ausgeklammert) rein zu waschen, in dem sie ihrer Verantwortung enthoben werden und um die deutsche Gesellschaft in ihrer Forderung nach Anpassung, Assimilation also letztlich richtiger Integration und harter Hand gegen deren Verweigerer zurückzustutzen und stattdessen das bisherige forderungslose laissez faire Modell kritiklos weiter betreiben zu können. Und das während man den Deutschen selbst den Peter of Colour dafür zuschiebt, dass dieses Modell einfach nicht funktioniert, weil die böse und rassistisch sind. Das Ganze geht dann noch weiter, weil sich daran immer wieder Forderungen anschließen werden, es den Migranten noch kommoder zu machen, noch mehr Diversität einzuführen und noch mehr Kampagnen und staatlich finanzierte Reportagen zu ermöglichen, die ein Bewusstsein und damit die Lösung schaffen sollen.

Letztlich ist es ein selbstreferenzielles System, dass genau dann wieder von vorne in diesen Modus verfallen wird, wenn wieder ein Özil oder eine erdogan-dominierte Türkeiwahl (wenn es eine solche in Zukunft überhaupt noch geben wird) stattfinden, die zeigen dass das Problem mit der Integration durch gute Worte immer noch nicht gelöst ist.

Das Problem also sich von dieser Debatte, vom eigentlichen Thema, Özil und seinen Verfehlungen, und dem Problem mit der Integration, ablenken zu lassen, besteht nicht nur darin, dass das eigentliche Problem aus dem Fokus gerät, sondern dass es eine an sich völlig haltlose Generaldebatte legitimiert, die von vornherein nirgendwo hinführt und nirgendwo hinführen soll, außer zu den Befindlichkeiten derjenigen, die überall Rassismus wittern oder aus taktischen Gründen sehen wollen, ersteres die Grüninnen und Linkinnen, letzeres vor allem der Zentral der dauerunterdrückten Muslime oder die Türkische Gemeinde in Deutschland e.V., zu der man auch noch einige Sachen sagen könnte.

Die Debatte ist völlig haltlos weil sich das Relevante, dass als Kritik an Özil und Gündogan gerichtet wurde, an konkreten Verfehlungen der beiden festgemacht wird, die einmal die Nationalmannschaft und dann ihre Rolle als Vorbilder für Integration tangieren. Die Kritik ist von vornherein nicht rassistisch, weil sich nichts daran richtet, dass sie »braun« sind und selbst auch im Sinne des von den Linken aus dem blauen Himmel erfundenen Kulturrassismus findet diese Kritik eben nicht statt. Wer das ernsthaft vertreten würde, müsste zudem Schluss kommen, dass die beiden jeder Kritik enthoben wären, weil sie Migranten sind.

Die wesentlichen Punkte, die ich schon in meinem Beitrag „Schlandsknechte“ angesprochen habe, sind:

  1. Dass ein Kuscheln mit dem Diktator Erdogan, ob nun rein identitär wie Özil & Gündogan behauptet haben (Herz in der Türkei) oder in Übereinstimmung mit den Werten des Erdogan-Regimes einhergehend, eine mangelnde Distanz zu und eine indirekte Unterstützung des Despoten darstellt, kann man nicht von der Hand weisen.
  2. Ob er damit nun tatsächlich in Distanz zu den Werten der aktuellen Deutschen Gesellschaft steht mal hintan gestellt, bezeugt es auch, dass sie diesem Mann und der Türkei eine größere identifikatorische Bedeutung für sich selbst zumessen als Deutschland und Özil im Speziellen sein Anderssein und seine identifikatorische Distanz zu Deutschland mit dem Nichtsingen der Nationalhymne, stattdessen einem Gebet zu Allah und dem öffentlichen Zelebrieren seines fremden Glaubens deutlich in der Vergangenheit gezeigt hat.
  3. Hierbei ist anzumerken, dass ich in dem o.g. Beitrag bereits herausgestellte habe, dass Deutschland vor allem als der Ort gesehen wird, wo man sich die Brieftasche füllt und wo man als türksicher Siedler in einem bedingunglosen Multi-Kulti-Kosmos vor sich hin existieren gelassen wird und diese Bedingungslosigkeit mit dem, was Deutschland ist, verwechselt wird.
  4. Es aus Punkt 1 und 2 hervorgehend eine Zumutung für Deutschland und die deutschen Fans gewesen, diese beiden Spieler als ihre Vertreter und die ihres Landes in der Nationalmannschaft auflaufen zu sehen. Es ist daher völlig berechtigt gewesen, den Ausschluss oder Rücktritt dieser Beiden zu fordern, die in Distanz zu dem Land stehen, in dessen Nationalkader sie dienen und dessen Werte sie im Zweifel hintan stellen. Wären sie nur Laffel in irgendeinem Bundesliga-Verein, wäre das auch kaum der Rede Wert gewesen aber an Repräsentanten Deutschlands müssen andere Maßstäbe angelegt werden.
  5. Eine besondere Verschärfung dieser Zumutung stellt es denn dar, wenn diese beiden Personen dann dem deutschen Volk als Beispiel für gelungene Integration vorgesetzt werden UND jungen Migranten auch noch als Vorbild dienen sollen, womit dann quasi jedes Bestreben einer echten Integration ad absurdum geführt wird.

Diese ganze Debatte lässt sich freilich nicht ohne den Migrationshintergrund der Beiden führen, denn darum geht es, denn hier entbrennt ja gerade das Problem. Aber nichts darin, weder die Werte- noch die Integration- oder Identifikations-Debatte trug oder trägt rassistische Züge, außer man geht von der Erdogan-Setzung aus, dass Assimilation an sich unmenschlich sei, dann hat aber ein Gerede über eine multikulturelle Gesellschaft letztlich gar keinen Sinn.

Und es hat eben auch keinen Sinn sich auf eine Genereldebatte über Rassismus dort einzulassen, wo er zum Abtarnen eigener Fehler letztlich proklamiert und vorgeschoben wird. Man sollte die Leute, die jetzt in Kommentarspalten, Artikeln, öffentlichen und halb-öffentlichen Redebeiträgen an diesem absurden Narrativ festhalten, mit der gleichen desinteressierten Missachtung begegnen, mit dem man jemandem begegnen würde, der behauptet, die politischen Geschicke würden von Echsenmenschen gelenkt. Das Niveau und der Sinn der Diskussion wären ähnlich fruchtlos.

Es ist zu empfehlen diese Leute in ihrer hilflos autistisch schreienden Echokammer zu belassen, wie Verrückte zu behandeln und mit der Kritik an Özil fortzufahren; sich dem Aufzwingen einer Generaldebatte über Rassismus einfach zu verweigern.

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Bürgschaften für Flüchtlinge – Bis auf’s letzte Hemd!

Auf dem Höhepunkt der Willkommenseuphorie bürgen Deutsche für den Familiennachzug von Syrern und nutzen damit eine Lücke im Zuwanderungsrecht für weitere Versorgungsmigration aus. Jetzt wo sie zur Kasse gebeten werden, soll doch bitte die Gesellschaft die Kosten tragen. Meine Meinung dazu.

Ich will mich in diesem hoffentlich kurzen Beitrag einem Thema widmen, dass immer mal wieder per Nachrichtenfeed, Twitter oder YouTube meine Wahrnehmung erreicht. Es geht um Bürgschaften vermeintlich argloser Bürger für Flüchtlinge. Auf dem Höhepunkt der Willkommenseuphorie wurden hilfswillige Leute dazu aufgefordert diese Bürgschaften zu übernehmen, um Flüchtlingen zu ermöglichen ihre Familien nach Deutschland nachzuholen. Bedingung für Familienzusammenführung ist zum Beispiel, dass die jeweilige Ankerperson, die um Nachzug bittet, die Angehörigen versorgen kann. Wenn das in Frage steht, kann eventuell ein Bürge aushelfen, an den dann im Zweifelsfall Kosten weitergereicht werden können. Das gilt freilich solange bis die Personen, wenn sie über den Nachzug hierher gekommen sind, dann selbst einen Asylantrag stellen können und diesen bestätigt bekommen. Ab da trüge dann die Gesellschaft die Kosten.

Mit der Forderung nach Humanität und Mildtätigkeit und der emotionalen Erpressung vom schiefen Bild in Kriegsgebieten dahinvegetierender Angehöriger wurden hilfswillige Menschen also dazu verlockt sich auf diese Bürgschaften einzulassen. Es schien offenbar so, dass es kein Bewusstsein dafür gab, dass diese tatsächlich eines Tages fällig werden könnten oder das dieses Risiko bewussrt verschwiegen oder klein geredet wurde. Denn am Ende sollten die nie fällig werden. Etwas worauf ich gleich noch einmal zurück komme.

Ich habe mich zu dem Thema bisher nicht geäußert, weil ich dazu noch keine abschließende Meinung hatte. Insbesondere liegt mir Häme gegenüber Leuten fern, die sich ernsthaft aufreiben und selbst ausbeuten und damit das eigentliche Rückgrat der Politik der offenen Grenzen bilden. Ohne diese emotionale, zeitliche und zum Teil auch materielle Selbstausbeutung wäre vermutlich der schon jetzige prekäre Ordnungszustand in Deutschland kaum aufrecht zu erhalten. Die Regierung erhält ihre Handlungsfähigkeit deutlich auf dem Rücken der Deutschen aufrecht. Eine Bekannte bspw. beherbergte auf eigene Kosten eine kleine Flüchtlingsfamilie. Auch wenn ich mit der bei ihr dahinterstehenden Denke nicht einverstanden bin, muss ich anerkennen, dass sie eben bereit ist, selbst Kosten und Aufwand für Unterbringung, Verpflegung und Integration zu leisten.

Häme könnte man sich auch sparen, wenn die Leute Opfer eines großangelegten Betrugs geworden wären. Da war ich mir bisher nicht so sicher, aber inzwischen hat sich mein Meinungsbild auch durch aktuellere Aussagen geklärt.

Auf der Seite des WDR hieß es zu den zum Teil gravierenden Bürgschaftsfällen in Minden gestern:

„Etwa 50 Bürger kamen, darunter Magdalene Wichmann, die für syrische Flüchtlinge gebürgt hat: ‚Frau Merkel hat doch gesagt: Wir schaffen das.‘ Das empfand die 82-Jährige als Aufforderung zu helfen: ‚Jetzt haben wir eine Geldforderung von 8.000 Euro erhalten.‘ „

Oder Stefan Straube-Neumann, auf den jetzt 60.000€ zukommen:

„Syrer in Minden hatten ihn um Bürgschaften gebeten. Da habe ich unterschrieben. Ich war ja auch bereit, bis zur Anerkennung des Asyls zu zahlen. Das wären vielleicht 10.000, 12.000 Euro gewesen. Aber eben nicht für den gesamten Zeitraum.‘ „

Es stimmt, dass es eine nachträgliche Gesetzesänderung bezüglich auch bereits bestätigter Asylanträge gab. Es gibt daher eine entsprechende Rechtsunsicherheit, die die Gerichte klären müssen, insbesondere ist die Rückwirkung von Gesetzen juristisch sehr schwierig, um es vorsichtig auszudrücken. Es kann also gut sein, dass die Leute doch noch mit einem blauen Auge davon kommen, aber bleiben wir auf der moralischen Ebene: Sollten sie denn?

Wenn wir kurz über das System nachdenken, nutzt es eine Gesetzeslücke aus. Der Familiennachzug ist eigentlich ein für Asylanten oder reguläre Einwanderer gedachtes Instrument ihre Familien nachholen zu können, wenn ein dauerhafter Aufenthalt etabliert wird. Deshalb ist Familiennachzug auch darauf gemünzt, dass derjenige um den es geht, seine Familie aus eigener Kraft versorgen können soll, eben damit die deutsche Gesellschaft nicht in Haftung für weitere Sozialfälle genommen wird. Das nachgezogene Angehörige Anträge auf Asyl stellen, ist im Sinne eines Asylgesetzes, dass auf individuelle Verfolgung verweist, nicht unbedingt vorgesehen (es sei denn die Verfolgung des Dissidenten geht mit Sippenhaft und Gefahr für die eigene Familie einher). Lassen wir mal beiseite, dass wir hier in der Regel bei kaum einer der Ankerpersonen von vollumfänglichen Asyl reden, sondern im überwiegenden Teil der Fälle (Bürgerkrieg) nur ein subsidiärer Schutz auf Zeit vorliegen kann und Familiennachzug daher an sich fragwürdig sein müsste.
Da für das Stellen eines Asylantrages in Deutschland das Erreichen des deutschen Territoriums notwendig wäre, sorgt dieser Zustand dafür, dass dieses für reguläre Einwanderung gedachte Mittel der Familienzusammenführung ausschließlich dazu genutzt wird, um einen schnellen Bypass nach Europa zu finden, um hier einen Asylantrag stellen zu können. Um nichts anderes geht es hier.

Derjenige, der für Familienachzug bürgt, wie er gedacht ist, tut das aus Mildtätigkeit im Bewusstsein für einen vielleicht befreundeten Bekannten, eine Familienzusammenführung zu erreichen und das notfalls zu bezahlen oder aber in der Hoffnung darauf, dass der Bekannte nur im Moment nicht genug Geld hat, dieses aber haben wird (oder die zugezogenen Angehörigen selbst arbeiten können) und nicht lange darauf angewiesen sein werden. Mit der Gefahr freilich, dass sie doch dauerhaft Versorgungsfälle bleiben. Das ist eben das Risiko, für das man als Bürge Verantwortung übernehmen muss. Schiller hat dieses Motiv in seiner Ballade „Die Bürgschaft“ als ein heroischen Treue-Narrativ verarbeitet. Das (Ausfall)Risiko ist das, was einer Bürgschaft erst ihre Bedeutung verleiht.

Diese Leute haben sich auf diese Bürgschaften eingelassen a) im Bewusstsein davon, dass es nie darum gehen sollte, dass die hinzukommenden Leute sich selbst versorgen können sollten und b) in der Erwartung diese zusätzlichen Sozialkosten, also das Risiko, sobald der Asylantrag gestellt und zumindest subsidiär bestätigt wäre, auf die Gesellschaft abzuwälzen. Frau Wichmann, Herr Straube-Neumann und all die anderen haben mit den Bürgschaften eine Verantwortung übernommen, die sie von vornherein anderen (nämlich jedem steuerzahlenden Bürger und Einwohner dieses Landes) aufbürden wollten.
Aus den Aussagen wird deutlich, dass ihnen klar war, worauf sie sich einließen. Sie wurden nicht getäuscht, sondern hatten die Erwartung, dass andere für „ihre“ Flüchtlingshilfe zahlen sollten. Es ist ihre eigene Verpflichtung, aus der sie ihren Helferkomplex (aufrichtiger oder narzisstischer Art ist irrelevant) befriedigen konnten, zu deren Kosten man aber andere mit dem Verweis auf „Wir schaffen das“ verpflichten will, ohne das dieses Wir sich in irgendeiner Form bereit erklärt hätte, diese Bürgschaft einzugehen. Wenn ich mir die Helfer-Plakette ans Revers heften will, sind es meine Flüchtlinge; wenn es um die harten Euros geht, sind sie plötzlich Sache des Staates und damit der Gesellschaft.
Man will gesinnungsethisch handeln, die Konsequenzen seines Handelns aber nicht tragen und schädigt damit dann andere.

Anders als in vielen Medienberichten gegeifert wurde, sollen hier keine hilfswilligen Menschen bestraft werden, weil sie Migration ermöglicht haben. Sondern man soll sie bis zum letzten Euro, bis zum letzten Hemd in Regress nehmen, um ein Exempel dafür zu statuieren, dass Verantwortung zu übernehmen bedeutet, die Konsequenzen seines Handelns zu tragen. Außerdem mag manch einem dabei aufgehen, welche Kosten dem Staat tatsächlich durch jede einzelne Person monatlich entstehen, die dank gesinnungsethischer Politik über die offenen Grenzen oder den Familiennachzug nach Deutschland kommt, um die hiesige Gesellschaft, die diesen Staat trägt, für sich in Anspruch zu nehmen.

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Fake News: Erklärung von Marrakesch // 300 Millionen Migranten?

Eine Meldung von bis zu 300 Millionen Flüchtlingen, die die EU bis 2068 aufnehmen will, macht seit ein paar Tagen die Runde. Diese Behauptung ist allerdings nirgends belegt und muss wohl als Fake News bewertet werden.

Es geht gerade seit ein paar Tagen eine Meldung ein wenig durch die alternativen Tertiär-Medien und macht in Blogs und auch in Kommentaren auf YouTube die Rnde. Angeblich will die EU bis zu 300 Millionen Migranten aus Afrika nach Europa holen. Eine reißerische Meldung, die sich gut in ein Geflecht internationaler, an den Bürgern vorbei beschlossenen Abkommen wie den Resettlement und Replacement-Migration-Programmen der Europäischen Union und der UN einfügen würde.

Allein die absurd hohe Zahl macht stutzig. Hat die EU gerade einmal 511 Millionen Einwohner zum derzeitigen Zeitpnkt.

Tatsächlich beziehen sich alle Meldungen auf einen Artikel der Schweizer Morgenpost mit dem Titel „EU will bis zu 300 Millionen afrikanische Flüchtlinge holen“ vom 06.07.2018. Eine andere Quelle für diese Meldung konnte ich bisher nicht entdecken.

Dort heißt es relativ konkret:

„Laut dieser neuen Politik soll die afrikanische Bevölkerung in Europa von derzeit 9 Millionen im Jahr 2018 auf 200 bis 300 Millionen im Jahr 2068 erhöht werden. Dies wird im Ergebnis dazu führen, dass die einheimischen Bevölkerungen zu unterdrückten und rechtlosen Minderheiten innerhalb ihrer eigenen Heimat werden.“

Der Artikel selbst bezieht sich hierbei auf ein Treffen afrikanischer und europäischer Regierungschefs Anfang Mai im marrokanischen Marrakesch, dass wegen Vereinbarungen bezüglich Migration und vor allem zur Prävention von illegaler Migration bereits im Gespräch und seitens Ungarn in der Kritik stand. Am Ende des Treffens sollte eine Erklärung stehen (nicht zu verwechseln mit der Decleration of Marrakesh bezgl. des Umgangs islamischer Länder mit ihren religiösen Minderheiten aus 2016), die Ungarn nicht mitzeichnen wollte. Die Epochtimes berichtete am 02.05.2018 unter dem Titel „Ungarn will europäisch-afrikanische Erklärung zu Migration nicht unterschreiben“ bereits über den Vorgang.

Hier müsste schon auffallen, dass der ungarische Außenminister als Begründung vor allem die unreflektiert positive Haltung zur Migration im Abschlusspapier als Begründung für die ungarische Ablehnung der Erklärung von Marrakesch anführt. Eine dezidierte Übernahmeerklärung wie in den Kontexten der angesprochenen Resettlement-Programme hätte sicherlich seitens eines migrationskritischen Regierung wie der ungarischen Erwähnung gefunden, wenn so etwas vorgesehen gewesen wäre.

Das ist nicht der Fall und die oben angebrachte konkrete Aussage, die auch nicht als Zitat oder Interpretation markiert worden ist, wird uns ohne weiteren Beleg oder Quelle im Artikel präsentiert.

Das Abschlusspapier zum Treffen in Marrakesch lässt sich in englischer Sprache über die Seite der europäischen Kommission als PDF-Datei abrufen. Tatsächlich enthält die Erklärung weder einen Fahrplan bis 2068 noch die konkreten Kennwerte von 9 Millionen oder 300 Millionen und nicht einmal eine allgemeine Verpflichtung zur Übernahme von Menschen oder gar Flüchtlingen.
Sehr wohl gibt es eine Menge problematischer und zu diskutierender Stellen, wie der ungarische Außenminister schon richtig angemerkt hat, insbesondere weil gegen Ende 2018 laut Epochtimes auch ein konkreteres Abkommen im Rahmen einer weiteren UN-Konferenz in Marokko geschlossen werden soll, aber die Meldung von 300 Millionen Flüchtlingen lässt sich in keiner Weise bestätigen.

Bei der Meldung der Schweizer Morgenpost handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach also um Fake News.

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Bayerische Kriechtiere und Nicht-Lösungen

Seehofer hat versagt, weil es ihm am nötigen Mumm, Kaltblütigkeit und Rückgrat gemangelt hat. Er ließ sich von Merkel das Heft mit illusorischen Nicht-Lösungen aus der Hand nehmen und entlarvt sich und die CSU als jämmerliche Kriechtiere von denen keine substanziellen positiven Veränderungen für Deutschland mehr zu erwarten sind.

Der größte Windbeutel der Republik ist bisher auf meinem Blog noch relativ ungeschoren davongekommen, dabei hätte sich schon früher angeboten über Seehofer zu schreiben. Gleichsam hat es sich nicht angeboten. Im Prinzip ist politisch von Seehofer rein gar nichts zu halten. Nicht erst seit wenigen Jahren sondern schon die ganze Zeit über. Der bayerische Löwe versucht zu brüllen und bringt nur ein klägliches Miauen zustande und rollte sich nach aller Bockigkeit immer wieder gerne auf dem Schoß von Mutter Angela zusammen. Wäre jetzt diese endgültig an Scham nichts auslassendem Schmierentheater in den letzten Wochen gewesen, ich möge mich dem Bayern-Thema gar nicht weiter annehmen wollen, aber die absurden Volten, die der ganze Vorgang gezeitigt hat, haben doch einen Kommentar verdient.

Seehofer muss man wissen gilt lange Zeit schon vor der Alternative für Deutschland als populistisches Herz Deutschlands und begründete die negative Konnotation dieses Begriffes stark mit, denn der Seehofer-Populismus richtet sich ähnlich wie die beliebige Alternativlosigkeit der Kanzlerin an wechselnden Stimmungen aus, allerdings mit der gleichen Bereitschaft diese fallen zu lassen, sofern damit nicht mehr viele Stimmen zu verdienen sind. Er verleiht hier nicht im Stil eines Volkstribun ungehörten Mehr- oder Minderheiten eine Stimme und setzt sich für diese Dinge ein. Die reine Ankündigung reicht meistens aus, um dann schnell zum nächsten Schauplatz zu wechseln. Wenn man nun der AfD einen Populismus nachsagen will, dann ist dieser zumindest von Überzeugung und Kohärenz getragen, berechenbar.

Hingegen wird Seehofer schon länger als Drehhofer, als Fähnchen im Wind verspottet und gleichzeitig als zahnloser bayerischer Tiger und als Ankündigungsminister(präsident) gescholten, der fordert oder angekündigt und beim ersten oder zweiten Widerstand klein beigibt. Insbesondere eben weil er die ohnehin geringe Macht (zumindest früher), die er hatte keineswegs zum Äußersten zu nutzen bereit war. Das mag man bei Petitessen wie der Maut verstehen, wo er diese CSU-Forderung nur schwer gegen Widerstände durchbringen konnte, dass er dafür nicht gleich die Regierung darüber dran gibt. Aber ein Thema wie die Migration, die wie kaum etwas anderes geeignet ist Deutschland irreperabel zu schädigen und das selbst in der eigenen Partei für massiven Unmut sorgen muss, hätte wohl allen Anlass und Grund gegeben auf Lösungen und ihrer konsequenten, nutzbaren Durchsetzung zu bestehen. Dafür hatte Seehofer auch die Strippen in der Hand. Als Innenminister unterstehen ihm sämtliche Behörden, die noch unter seinen Vorgängern auf deren Weisung auf Veranlassung durch die Kanzlerin, die Herrschaft des Unrechts, wie Seehofer selbst den Umstand der Grenzanarchie nannte, mitgeholfen haben diese aufzurichten oder still gehalten haben, während sie aufgerichtet wurde. Seehofer hätte die Möglichkeit gehabt mit einer entsprechenden Weisung nicht einfach nur Zurückweisungen, wie er es nur wollte, sondern bis hin zur Grenzschließung alles in die Gänge zu setzen die Herrschaft des Rechts oder zumindest die Kontrolle des deutschen Staates über seine Grenzen damit über sein Territorium durchzusetzen.

Lasst uns festhalten, dass weder die Grenzöffnung 2015, die massenweise Aufnahme illegaler Migranten und Flüchtlingen ohne Bleibeanspruch im Anschluss, noch das Fortdauern dieses Zustandes über ein Zeitraum von nun mehr drei Jahren in irgendeiner Form je gesetzmäßig war, im Gegenteil. Als Innenminister hätten dem bayerischen Horst nicht nur die Mittel, die nötige Machtposition, sondern auch die rechtliche und womöglich auch moralische Richtigkeit zugestanden, diesen Umstand abzustellen und das auch gegen den Willen oder die so genannte Richtlinienkompetenz der Kanzlerin. Er wird auf ihren Vorschlag hin ernannt und ist freilich von der Kompetenz abhängig, allerdings ist der Minister seinem Eid gemäß zwei Institutionen nämlich dem Staat und dem Volk und in seiner Funktion als Teil der Exekutive auch dem Recht verpflichtet. Die Verwaltung ist eben an geltendes Recht gebunden und kann nicht ohne solches und schon gar nicht entgegen bestehendem Recht handeln. Ein Minister kann damit leicht den Willen eines Regierungschefes abwehren, wenn er es denn so betonen würde, ungesetzlich, das heißt im Kern eigentlich verbrecherisch zu handeln bzw. sich zum Handlager der Verbrechen einer Regierung zu machen. Das ist die theoretische Positio von der ein Seehofer aus hätte handeln oder verhandeln können. Die Kanzlerin wäre im Prinzip nackt gewesen. Ein Rücktritt hätte sogar ausgeschlossen werden können. Die nötige Chuzpe vorausgesetzt hätte man sagen kann, man macht sich selbst mit dieser überwältigenden Macht des Rechts auf der eigenen Seite zum Märtyrer und zwingt die Kanzlerin dazu sich selbst zum Unrecht zu bekennen, in dem sie einen Minister deshalb entlässt, weil er nicht gegen geltendes Recht weiter verstoßen, im Gegenteil das geltende Recht wiederherstellen will.

Es wäre der Offenbarungseid und damit womöglich das Ende für Kanzlerin Merkel geworden. Zumindest waren es diese Gedanken, die die Kommentatoren die letzten Wochen dazu veranlassten, die Merkeldämmerung schon relativ düster einzufärben. Ihre Zeit sei vorbei. Meine Zurückhaltung diesbezüglich war eben der langen Historie von Seehofers kriecherischem Scheitern geschuldet. Mir war im Prinzip klar, dass auch diese Nummer nur eine leere Drohgebärde bleiben würde, selbst als er den Koalitions- und Fraktionsbruch androhte. Freilich hätte es anders kommen können, aber ich schätze Seehofer nicht ein, dass er dazu den nötigen Mumm haben würde. Sein politisches Vermächtnis bestünde in der Zerstörung der historischen Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU und wofür? Der ursprüngliche seehofersche Vorschlag sah ja nur die Zurückweisung von Leuten mit Einreiseverbot oder Registrierung in einem anderen EU-Land vor, angesichts der Lage kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Koalitionsbruch wäre also praktisch für nichts erfolgt. Es wäre ein wichtiges Symbol gewesen und womöglich der Wendepunkt, aber dafür auf ewig als Spalter in die Polithistorie eingehen? Kaum vorstellbar. Allerdings wurden auch meine Erwartungen noch unterboten. Ich hatte eher damit gerechnet, dass Seehofer kleinlaut zurücktreten würde, schon gar nicht auftrumpfend, vielleicht in der Haltung des reuigen Büßers.

Stattdessen hat Seehofer auch noch meine ohnehin nicht schon hohen Erwartungen unterboten. Wenn wir mal dieses ganze unwürdige Schauspiel beiseite lassen, von wegen oh ich geb Merkel noch bis Ende der Woche, okay warten wir noch bis Asylgipfel, ja warten wir noch ein paar Tage und dann hier noch eine Notfallkonferenz und da noch ein Kompromissgespräch und das alles für eine Forderung die so lächerlich banal war, dass auch Merkels völlig absurdes, widerrechtliches Veto nur bedeutet, dass die Grenzanarchie um jeden Preis aufrecht zu erhalten ist, weil die Zurückweisung nämlich schon Fragen nach sich ziehen könnte, die Europa vielleicht dichtmachen lassen. Dieses unwürdige hinschleppen. Zeit einräumen nachverhandeln, zeigt auch jemandem in der Verhandlung, okay hier ist jemand der blufft nur und würde alles geben für irgendein Zugeständnis, weil er nicht zum Äußersten bereit ist. Seehofer war bereit auf hingeworfene Brocken zu warten. Manch einer verglich das schon mit dem Vorgang der Papstwahl in der Erwartung irgendwann würde im Kanzleramt weißer Rauch aufsteigen um anzuzeigen, dass man zu einer gemeinsamen Lösung gefunden habe. Lassen wir mal diesen ganzen peinlichen, ekelerregenden Prozess beiseite. Am Ende bekommt Seehofer eine Lösung von der er selbst einräumen muss, dass sie keineswegs lösungsgleich ist präsentiert, lässt sich dann mit der Erfindung einer bayerischen Illusionslösung dann doch abspeisen, weil er nämlich um dem ganzen die Krone aufzusetzen eben nicht einmal den Mumm hat zurückzutreten und Mutti Merkel in der Öffentlichkeit auch noch dankbar für den erreichten Kompromiss ist.

Seehofer hat sich damit endgültig a,s ein widerliches, schleimiges kleines Kriechtier entlarvt, dem ein Rückgrat und fundamentale menschliche Qualitäten fehlen, der sich herumschubsen lässt wie ein geprügelter Hund und nicht einmal mehr fähig ist zurückzubeißen sondern nur dazu seiner Herrin die Stiefel zu lecken und seine Karriere (es ist vorbei für den Horst nach dieser Legislatur und in München sowieso) ebenso kriecherisch beschließt, wie er sie jetzt schon die letzten Jahre gestaltet hat, anbiedernd, überzeugungslos und ohne den Mumm wirklich etwas durchzusetzen. Er und seine ganze CSU haben sich auf dieser Kriechtierebene genau in das verwandelt, was eine Partei wie die abgemerkelte CDU brauchte, nicht ein konservatives Gegengewicht sondern ein pseudo-konservatives Feigenblatt, flexibel genug um sich in der gleichen Brise zu wiegen, in die sich auch die Kanzlerin hineinlehnt. Und was am Boden liegt sollte man am besten auch noch treten.

Der Koalitionsbruch und auch der Fraktionsbruch wären, wenn auch späte, viel zu späte Zeichen einer Emanzipation, eines wirklichen Willens zum Neuanfang und zur Veränderung gewesen. Die CSU hätten sich in Richtung der AfD orientieren können, wenn es um Inhalte gegangen wäre. Sie hätte auch bundesweit antreten können, um vielleicht einen Kurz-Effekt mitzunehmen, auch wenn das schon unwahrscheinlich war wegen der fehlenden Infrastruktur in anderen Bundesländern. Aber wer weiß, vielleicht hätte die ein oder andere konservative Gruppe wie die Werte-Union Unterstützung leisten wollen?

Mitnichten, wie einige linke Medien oder Kommentatoren jetzt ätzen ging es hier um einen reinen Machtkampf für den bayerischen Wahlkampf. Zumindest nicht nur. Also nicht um Landespolitik die Bundespolitik als Geisel nimmt. Natürlich muss die CSU, weil an sie die Erwartung gerichtet ist ein rechtes Korrektiv zu sein, dies tun, um ihre Glaubwürdigkeit auch und gerade in Bayern nicht zu verspielen, aber es geht hier mitnichten um Landespolitik sondern um ein Feld der Bundespolitik, dass Deutschland im Ganzen betrifft. Auch wenn sicherlich die Landtagswahl im Freistaat und die Jagdarbeit der AfD der einzige Grund ist, die einen Seehofer und die CSU jetzt zum Handeln zwingt (was zeigt wie wichtig die AfD als Opposition in dieser Sache ist), so profitiert von der Wiederherstellung des Rechts an den Grenzen die ganze Republik. Die Gründe Seehofers sind da erst einmal zweitrangig. Doch die Nicht-Lösung, die jetzt gefunden wurde, die ist in der Tat in allen Facetten provinziell. Mal beiseite das das alles undurchdachter Schein ist, so gilt die Lösung doch auch nur für Bayern während die anderen Grenzen ohne Transit-Zentren bleiben würden. Seehofer hat sich nicht nur mit einem völlig wertlosen ebenso wenig wirkungsgleichen Deal wie dem vom EU-Gipfel ködern lassen sondern mit einer Lösung – Merkel kannte offenbar ihre Pappenheimer und ihre erbärmlich kriecherische Käuflichkeit) – die eben nur für Bayern wirksam wird und jetzt tatsächlich nur noch als Wahlgeschenk für den bayerischen Landtagswahlkampf verstanden werden kann. Während die bayerischen Bürger mit einiger Sicherheit nicht so dumm sind und auf diese Luftnummer hereinfallen werden.

Und die Krone setzt ja jetzt auch noch die SPD oben drauf, die diesen Nicht-Kompromiss und diese Nicht-Lösung in der letztlich überhaupt nichts beschlossen wurde, wegen bösen Lagerbildern und – man muss sich diese Idiotie wirklich auf der Zunge zergehen lassen – der Benennung dieser bisher als Transit-Zentren angedachten Lager jetzt auch noch vom Tisch fegen wollen. Das alte Problem, das wir schon bei den Jamaika-Verhandlungen hatten, ist jetzt wieder auf dem Tisch. Die SPD hat sich humanitär festgelegt und will Seehofer zulassen, dass ihm seine fast schon ätherische Nicht-Lösung zwischen den Fingern endgültig zerrinnt? Das werden für Merkel wiederum schwere Tage um jetzt diesen aufglimmenden Problemherd auch noch auszutreten. Es scheint tatsächlich immer unwahrscheinlicher zu werden, dass diese Koalition noch allzu lange stabil bleiben wird. Aber man hält sich ja schon Alternativen warm.

Das erste Fanal wird die Bayern-Wahl in einigen Monaten bereithalten und um das Kriechtier Horst und seine ganze Bande rückgratloser Feigenblatt-Konservativer zu demütgen, wünsche mir kaum etwas mehr als ein Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün in München. Ich halte Söder zwar für machtbewusst genug vielleicht eine Koalition mit der AfD im absoluten Notfall in Betracht zu ziehen, aber ich glaube nicht wirklich daran. Deshalb mag ich mir wünschen, dass die CSU genug einbüßt und die FDP schwach genug aus der Wahl geht, dass nur Koalitionen mit Grünen oder SPD oder eben mit der AfD möglich werden und die stolzen Absolute Mehrheit-CSU nicht nur zu einer Koalition sondern zu einer Koalition mit Links-Grünen zu zwingen. Die Demütigung wäre final und die Entlarvung der CSU als einer Partei entweder der Umfaller oder des multikulturellen Establishments wäre perfekt, wenn Söder linken Parteien mit erheblichen inhaltlichen Diskrepanzen gegenüber einer bürgerlichen Partei mit größeren inhaltlichen Schnittmengen den Vorzug gibt.

Wer jetzt noch glaubt von der CSU sei eine konservative Wende zu erwarten, wie Dobrindt sie angekündigt hatte, der lebt in der gleichen Illusion wie Seehofer, dass eine Lösung gefunden worden sei.

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Häme für die Schlandschaft

Merkels und Jogis Schlandsknechte sind aus dem Turnier und noch nie habe ich derart viel Häme, Spott und Schadenfreude von Seiten der Deutschen Fans für ein Turnieraus ihrer Mannschaft erlebt. Und noch nie war sie so verdient wie diesmal.

Hach was hat uns diese rassistische Hetze doch nur den schönen Fußballsommer verdorben?! Wie könnten wir jetzt bierseelig und sediert vor den Bildschirmen sitzen, einem Özil und einem Gündogan beim Brillieren zuschauen, wenn wir nur etwas freundlicher gewesen wären, toleranter und einfach ertragen hätten, dass sie einen anderen Präsidenten als den ihren anerkennen, vielleicht einen anderen Regierungsstil als den unserer Demokratie bevorzugen, ja dass sie keine Deutschen sind, die uns als deutsche Nationalspieler der Nationalmannschaft repräsentieren sollen, halt nein… Spieler »der Mannschaft« ohne Nationalfarben versteht sich.
Nein stattdessen haben wir erwarten mögen, dass hier jemand aufläuft, der uns auch repräsentiert als Nation, generell dass »die Mannschaft« für etwas steht, auch zu ihrer eigenen Tradition Deutschland in der Welt zu vertreten. Wie konnten wir nur?!

Aber zurück zum Ernst der Sache. Aus, aus, aus Deutschland ist Weltmeister der Peinlichkeit. Ich hatte ja in meinem Artikel zu den Schlandsknechten schon durchscheinen lassen, dass die WM für mich eigentlich schon gelaufen war, bevor sie überhaupt angefangen hatte und das ich an die Spiele wie ein Gringe herangegangen bin. Ich wollte sie mir ursprünglich gar nicht anschauen, da aber das erbärmliche Spiel gegen Mexiko, was man als Startschwierigkeiten noch hätte abtun können, von einem nicht weniger knappen Spiel gegen Schweden getoppt wurde, bei dem das rettende Tor gerade noch auf den letzten Drücker fiel, da war dann doch genug Motivation da, um mir dann doch auch noch das letzte Gruppenspiel der deutschen Mannschaft anzuschauen, dass darüber entscheiden sollte, ob es ins Achtel-Finale geht oder ob Deutschland historisch einmalig schon in der Gruppenphase ausscheidet und das zur Krönung auch noch als amtierender Titelverteidiger.

Auch wenn ich als Gringe unterwegs war, war die Verlockung zu groß alle Spiele anzugucken. Auch wenn ich mit »der Mannschaft« innerlich schon gebrochen hatte, soweit Deutschland die Niederlage zu wünschen, war ich dann doch nicht, auch wenn sie mich nicht besonders geärgert hätte, zugegeben. Diese Niederlage hingegen, dieses Aus, dass hat mich und wenn man Twitter und andere soziale Medien mal als Referenzgröße nehmen will, mit einem Gefühl tiefer Schadenfreude zurückgelassen und es war vermutlich auch noch nie angebrachter als diesmal, Häme über das eigene geschlagene Nationalteam auszukippen. Tut ja auch nicht weh, immerhin ist es ja nur irgendsone »Mannschaft«. Im Fall von sportlichen Erfolgen hätte es ja ohnehin geheißen, dass nicht wir, sondern das die Spieler gewonnen haben. Warum sollten wir uns nun also eine Niederlage anheften? Den Fans, die beim Public Viewing oder gar direkt in den Stadien saßen und sich den Kopf vor Fassungslosigkeit hielten, sei auf die Schulter geklopft.

Und die Niederlage war verdient, nicht wegen der Sachen, die ich im erwähnten Artikel geschrieben hatte, sondern weil Deutschland scheiße gespielt hat, richtig scheiße und das in drei Spielen und eine Leistung abgeliefert hat, die in keinem Sinne weltmeisterlich bzw. weltmeisterschaftlich tauglich gewesen ist. Das Spiel gegen Süd-Korea war nur die Kirsche auf dem Scheißhaufen. Nichts gegen die Koreaner, aber auch deren Spiel war nur mittelprächtig aber letztlich ausreichend, dass das Spiel der »Mannschaft« noch dahinter zurückblieb. Womöglich kann man froh sein, dass Schland nicht weiter gekommen ist, wie nass hätte uns dann vielleicht erst ein Team gemacht, das noch mehr von seinem Handwerk versteht?

Dazu muss ich jetzt sagen bei aller Häme: Genauso wenig wie Multikulti Tore schießt, wie die Linkinnen, Grüninnnen und sonst alle, die sonst nur mit dem Gefühl von Gefahr oder Verachtung an ein Konzept wie Nationalfußball herangehen, sich damals in Brasilien oder jetzt im Vorfeld in die Bresche warfen, um Özil und Gündogan in Schutz zu nehmen, genauso wenig ist Multikulti dafür verantwortlich, dass wir dieses Turnier so peinlich verloren haben. Letztlich wurden die Spieler von einer Mannschaft vergeigt, von der kaum das nötige spielerische Niveau aufs Feld gebracht wurde, von wenigen Ausnahmen wie Manuel Neuer abgesehen.
Multikulti ist weder ein Garant für Dysfunktionalität noch für Top-Fußball. Ansonsten würden „international“ aufgestellte Teams auch keinen Top-Fußball hinbekommen. Dazu gehören Professionalität (ggf. gewisse kulturelle Machismo hinter das Team zurückzustellen) und die Möglichkeit sich nötigenfalls per Zeichen oder eben auch auf Englisch zu verständigen, dass man auch kaum von einem Kommunikationsproblem sprechen kann. Wer in diese Richtung etwas ins Feld führt, ob links oder rechts, ist schlichtergreifend dämlich.

Ein anderer Punkt mag da schon eher bedenkenswert sein und das ist die vergiftete Stimmung im Vorfeld. Was manch ein Kommentator von rassistischen Ausfällen redet, ist freilich an den Haaren herbeigezogener Schwachsinn. Die Kritik am türkischen Özil und Gündogan als Nationalspieler in Verbindung mit der indirekten oder direkten Wahlkampfhilfe für den Möchtegern-Diktator Erdogan ist es die hier als Rassismus verbrämt wird, dabei ist sie mehr als angebracht und eben keineswegs rassistisch. Da sollte sich jemand noch einmal die Definition anschauen. Die Berechtigung der Kritik ergibt sich, wie beschrieben, aus drei Gründen:

  1. Erdogan zu unterstützen ist eine moralische Fragwürdigkeit
  2. Die Integration von Özil und Gündogan durch ihre Bekenntnisse zu Türkei und Islam ist in Frage zu stellen
  3. Es ist in Frage zu stellen, wie diese Figuren Deutschland als Nationalspieler überhaupt repräsentieren können oder sollten

Nun denkt der linskdrehende sich, dass diese furchtbare, unmenschliche Kritik dazu geführt habe, dass die so belasteten Özil und Gündogan scheiße gespielt haben, zumindest kam mir noch nicht unter, dass jemand schrieb, sie hätten quasi als Trotzreaktion absichtlich scheiße spielen wollen. Die Conclusio: Die Hetze der Rechten habe zur Niederlage der Mannschaft geführt oder dazu beigetragen. Wir blenden mal aus, dass auch die anderen deutschen Spieler eine ziemlich miserable Leistung gebracht haben.

Ein lautstarker Teil der deutschen Fans und nachgerade nicht ein kleiner, wenn man den Umfang der gezeichneten Online-Petition gegen Özil und Gündogan anschaut, haben klar gemacht, dass sie diese Figuren nicht als ihre Repräsentanten tolerieren, denn geschweige akzeptieren wollen und den Bundestrainer aufgefordert sie aus der Mannschaft zu entfernen. Und man will scheinbar auch nicht glauben, dass die Episode mit Erdogan nicht vielleicht auch in der Mannschaft selbst zu Diskussionen oder zumindest einem inneren Umdenken geführt haben könnte. Die Stimmung war in jedem Fall schon vergiftet.
Für das Entlassen von Özil und Gündogan gab es also schon im Vorfeld berechtigte Gründe, die der Bundestrainer beiseite gewischt hatte und damit auch in Kauf genommen hat, dass die Causa die Mannschaft nachhaltig belasten würde, um diese beiden Spieler zu halten. Da man den Skandal nicht wegdiskutieren kann, es sich also um keine Erfindung der Rechten handelt, wäre die Aufforderung also eher gewesen die Klappe zu halten und den Mantel des Schweigens über diese beiden Symbole der Integration zu breiten.
Um das Ganze aber völlig absurd zu machen, bestand Löw trotz der gezeigten Schwächen während des nun sehr kurz ausgefallenen Turniers darauf, Özil jedes Mal unbedingt auflaufen zu lassen, obwohl sich schon abzeichnete, dass er spielerisch nicht auf der Höhe ist. Ob das jetzt mangelnde Weitsicht oder ein politisches Statement war, darüber mag man diskutieren können. Es ist aber unstrittig, wenn man die Argumentation von der psychischen Belastung der Mannschaft an ihr Ende denkt, dass es das beste gewesen wäre, Özil und Gündogan aus der Mannschaft zu werfen oder in ihrem Fall, wenn sie wirklich – wie Gündogan in seinem Interview behauptete – am Wohl der Mannschaft interessiert wären, selbst ihren Rücktritt genommen hätten.

Neben Anlässen für Häme und Spott angesichts dieser mehr als verdienten, peinlichen Turnierniederlage (inklusive der verhauenen Spiele), die die sozialen Netzwerke hervorbrachten, wie Memes mit einem Hitler, der sich über »die Mannschaft« als Anfänger lustig macht, weil seine „Jungs“ es vier Jahren in Russland ausgehalten hätten oder dem von der AfD verbreiteten Häme über Özil mit „Zufrieden Mein Präsident?“, gab es auch in der dezidiert politischen Sphäre ein erheiterndes Schauspiel zu bestaunen.

Die Linken selbst, zumindest was man relativ weiter dieser Sphäre zurechnen mag, waren nämlich in einer Weise hin- und hergerissen, dass es schon witzig anzusehen war. Wie bereits beschrieben sind ja die alten Kampflinien ganz klar: Die Nationalmannschaft, einschließlich der Turnierlaune und dem bösen proto-faschistischen Fußball-Patriotismus wird dort ja sonst dort mit einer Geste antideutscher Verachtung und Ablehnung einerseits begegnet oder mit der Angst vor der Wiederkehr des Nationalismus. Frau Roth von den Grünen beschmückte ihren Balkon zum Sommermärchen ja deshalb auch mit einer Regenbogenflagge und rief zur Mäßigung auf.
Es war nun dieses Milieu im weiteren Sinne, dass sich in einer ganz ungewohnten Rolle wiederfand die Nationalmannschaft und den Fußball und die Weltmeisterschaft in Schutz nehmen zu müssen, weil die Fans und vor allem rechtsdrehende Patrioten verstimmt auf die Causa Özil und Gündogan reagierten. Während dort die Missstimmung zunahm, beeilte man sich auf linker Seite den Rassismus gegenüber Özil und Gündogan und die Ablehnung der Mannschaft, wohl in Erkennen des Scheiterns ihrer bunten Nationalmannschaft, herauszustellen und eine Lanze für eine Mannschaft und ein Turnier zu brechen, dass sie in der Vergangenheit mehrheitlich problematisch sahen und stattdessen selbst ein wenig künstliche WM-Stimmung zu erzeugen, nur um die miese Stimmung der bösen Rechten unter Quarantäne zu bekommen.
Freilich machten sie dabei eine herrlich absurde Figur, weil die Pose als schwarz-rot-goldener Fußball-Fan ihnen eben gar nicht steht und sie selbst dann noch hin- und hergerissen waren zwischen Kritik am Turnier und der Nationalmannschaft und den Fans und gleichzeitig jetzt mit den Rechten plötzlich auf einer Seite (freilich von anderen Standpunkten ausgehend) und dem Bemühen sich sowohl von Rechts als auch vom Turnier zu distanzieren und gleichzeitig die bunte Schlandschaft in Schutz zu nehmen. Das Herumlavieren zwischen den eigenen Standpunkt und das Bedürfnis für etwas zu sein, nur weil die Rechten dagegen sind, hatten etwas von der Katze, die ihren eigenen Schwanz jagt.

Alles in Allem eine herzerwärmende Gaudi und dazwischen eine »Mannschaft«, die hoffentlich aus dieser ganzen Peinlichkeit etwas lernen und Konsequenzen ziehen wird. Ich drücke jetzt auf jeden Fall noch Japan die Daumen. Mag kommen, dass die heute Abend auch ihren Hut nehmen müssen im Spiel gegen Belgien, dann ist die Weltmeisterschaft auch für mich endgültig gelaufen. Wenn nicht, dann gibts vielleicht noch ein oder zwei Spiele, die mir anzuschauen es wert sind.

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