Wie beginnen?

Wie anfangen? Diese Frage stellt sich wohl bei jedem themenorientierten Blog. Bei einem eher persönlichen Blog ist das sicher eine einfache Entscheidung. Ein Erlebnis, ein Gedanke, etwas zu dem man etwas schreiben will und ein Sprung ins kalte Wasser. Aber wie soll man einen Blog beginnen, der sich einer bestimmten Thematik widmen will und für den ein halbwegs strukturiertes Voranschreiten ein wünschenswerter Vorgang wäre. Wie beginnt man da also am besten, vor allem wenn das Thema – wie das dieses Blogs – recht verzwickt ist, eigentlich schon artikelweise Begriffsklärungen, Einschränkungen, Erklärungen und dergleichen mehr erfordert, um überhaupt den wackligen Untergrund soweit befestigt zu haben, um darauf überhaupt arbeiten zu können. Aber das außen vorgelassen. Wie startet man? Wie setzt man einen Anfang?

Nach einigem Überlegen erscheint es mir sinnvoll, nach dem historischen Modell: Ursache, Anlass und Wirkung vorzugehen. Ich will dabei versuchen in diesem ersten Beitrag möglichst kurz zu erklären, was mich dazu bewogen hat, dieses Blog zu starten und wo die Reise damit hingehen soll unter der Voraussetzung, dass ich über die Zeit genügend Motivation finde dieses Format hier regelmäßig mit neuen Inhalten zu bespielen. Das Thema ist wie bereits erwähnt verzwickt und würde wohl viel mehr Erklärungen und Versicherungen erfordern, denen ich dann aber erstmal in gesonderten Artikeln dienen will. An dieser Stelle einfach einmal ein Start.

Entgegen der modellhaften  Reihenfolge will ich mit dem konkreten Anlass beginnen, da ich hoffe, dass so die Ursache verständlicher wird.

Der Anlass

Den Gedanken ein Blog aufzumachen beschäftigte mich schon eine Weile. Mir gingen immer und immer wieder Gedanken zu Nationalismus, Staat, Nation, Patriotismus und Politik durch den Kopf. Das Thema beschäftigt mich jetzt schon etliche Jahre, ohne das ich aber meine Gedanken in irgendeiner adäquaten Form jemals zu Papier gebracht hätte. Der Blog sollte eine Möglichkeit primär erstmal für mich selbst – bei Interesse natürlich auch für weitere Personen – sein, meine Gedanken zu ordnen, zu sortieren und aufzuschreiben. So zumindest die Vorüberlegungen. Als ich nun getriggert durch ein persönliches Erlebnis mal wieder ein paar Begriffe googelte stieß ich auf diese Frage bei Yahoo! und den dortigen Antwortapparat.

„NPD- Nationaldemokratische Partei Deutschlands, und da sie nicht Nationalsozialistische PD heißen, dürften sie doch weniger mit N**** zutun haben als man ihnen nachsagt, oder?“

Erst einmal ganz abgesehen von der eher dummdreisten Frageformulierung, die fast schon provokant auf etwas anderes abhebt, als sie eigentlich erfragt (ich gehe mal nicht davon aus, dass der Fragensteller so naiv ist zu glauben, dass die NPD wirklich eine demokratische Partei wäre) fand ich die Antworten recht interessant. Es ist richtig, dass der Begriff Nationaldemokratie von der NPD propagandistisch genutzt wird, um so einen scheindemokratischen Anstrich zu geben, allerdings zeigt sich in den Antworten, dass die Leute nicht in der Lage sind über diese tatsächliche Partei hinweg zu abstrahieren oder zu historisieren, also den Begriff in früheren Zusammenhängen oder neuen Deutungshorizonten zu begreifen. Es gab einige wenige Beiträge, die das Spektrum erweitert haben.

Ich hätte gerne dazu auch etwas geschrieben, aber eine Antwort auf eine so alte Frage gilt in gut situierten Foren als schamlose Thread-Nekromantie und wäre an den Fragensteller gerichtet geradezu verschwendete Tippzeit. Das Thema an sich aber war weiterhin interessant. In dem Moment habe ich mich entschlossen mich bei WordPress schließlich anzumelden, um eben in Zukunft zu solchen Themen, wenn sie mir begegnen sollten, einen Ort zu haben, wo man das aufschreiben kann.

Die Ursache

Auch wenn das vielleicht schon als eine provokante Aussage gelten muss: Am ehesten sehe ich mich persönlich als Nationalist. Keine Sorge, lieber Leser, es wird nicht so rechts wie Sie womöglich annehmen. Vielmehr leide ich daran, dass die Perspektiven so eng sind. Ich denke in dieser Richtung unkonventionell bin weder in rechten Dunstkreisen sozialisiert noch politisiert worden und habe entsprechend eine eigene Vorstellung von Nationalismus entwickelt, die natürlich unvermeidlich auch Gemeinsames hat aber sich in etlichen Aspekten hart mit geschlossener rechter Ideologie stößt.

Da die nationalistische Debatte von solchen Kräften geprägt ist, gleichfalls sich der Rest der Gesellschaft gerade in harter Abgrenzung zu diesen Elementen nationales Denken als geradezu sündhaft verbittet und verbietet, ist der Rahmen folgendermaßen abgesteckt: National wird von ekelhaften rechten Elementen bestimmt, die Gesellschaft will und muss sich von diesen Elementen abgrenzen, erkennt aber deren Deutungshoheit über das Nationale damit an, was leider dazu führt, dass man sich Abgrenzung nach rechts als antinational bzw. international postiert. Dazwischen gibt es nichts mehr und wer eine sogar gegen rechtsradikale Umtriebe gerichtete, alternative nationalistische Agenda betreibt, schwimmt dennoch auch erst einmal mit in der braunen Suppe.

Umso sprachloser fühlt man sich dann in dieser Position, die zwar nationalistisch aufgebaut ist, aber sich doch unterscheidet, dann wiederum aber nur gemäß der alten Dichotomie ausgedeutet wird. Die Ursache für diesen Blog ist es also einen Ort zu suchen, an dem ich meine Ideen und Konzepte entwickeln kann und auch eine Motivation (durch Publikation) habe, daran weiterzuarbeiten.

Wie bereits erwähnt sind hierzu sicherlich noch weitere Erklärungen nötig, insbesondere wodurch ich gedanklich geprägt bin, was für mich Nationalismus ausmacht usw. Ich will versuchen – und erachte es auch als Notwendigkeit – das in weiteren Artikeln zu erklären, um Ihnen zu ermöglichen sich hierauf mehr einzulassen.

Die Auswirkung

Was ich mit dem Blog schlussendlich erreiche oder wen ist natürlich noch nicht abzusehen. Für mich wird sich damit eine Möglichkeit ergeben haben, meine Gedanken nicht mehr mit mir herumtragen zu müssen, sodass diese mich belasten. In dieser Hinsicht ist das hier auch ein sehr persönliches Projekt, gerade auch weil es mich einerseits auf einer gefühlsmäßigen Ebene bewegt, andererseits das ein nicht abzuleugnender Bestandteil meiner Persönlichkeit ist, den ich gerne forschen möchte. Am Ende steht aber vielleicht auch ein neues Konzept wie nationalgerichtete Politik sein kann, jenseits der Klischees und rechten Fanatismus, vielleicht auch wieder akzeptabel für größere Kreise. Wir werden sehen. Es ist ein weites Feld.