Reblog: Goethe-Institut in Japan // Gastbeitrag von Peter Helmes

Der verlinkte Beitrag ist allein schon wegen seines aggressiven Tons und des zum Teil überzogen anklagenden Tonfalls mit Vorsicht zu genießen, wenn man ihn aber gedanklich bereinigt, kommen wir einem durchaus berechtigten Kern entgegen. Der Autor liegt meines Erachtens nach mit einer wichtigen Feststellung richtig. Traditionelle Werte, Merkmale und kulturelle Praxis sind das, was in einer globalisierten Welt, die sich an der Oberfläche immer ähnlicher wird Unterscheidung und gleichzeitig Anziehungskraft verschiedener Kulturen ausmachen. Gleichzeitig vermitteln sie auch Identität.

Im Umkehrschluss fasziniert uns Japan gerade mit seiner auch im Alltag noch nebenher lebendigen Kultur und Tradition; mit den Wolkenkratzern und dem großstädtischen Flair eines Tokyo auch nur in den Momenten, wenn wir im Hinblick auf Technikbegeisterung und der Menge der Menschen diese Großstadt als besondere Erfahrung einer Mega-City wahrnehmen, sprich diese Eindrücke die Erfahrung, die wir sonst auch in jeder beliebigen westlichen Großstadt haben könnten, einzigartig machen.

Es sind diese Dinge, die uns im Sinne eines – auch durch gesellschaftliche Erziehung geformten – Mentalitätswandels langsam peinlich zu werden beginnen, die die Faszination im Ausland ausüben. Die tägliche Praxis der Globalisierung und Verschmelzung ist auch sonst überall erlebbar – auch im traditionellen Japan.

Ich habe mich hier im Blog immer dafür eingesetzt Traditionen und Identität stark zu machen insbesondere auch, um Zugezogenen eine Identifikationsidee zu geben. Diese Lehrbücher erfüllen gegenüber außen einen Bärendienst und verfehlen, wie der Autor, wie ich finde, treffend anmerkt, ihren Zweck.

Doch etwas Wichtiges ist anzumerken. Wir dürfen nicht ableugnen, dass die deutsche Modernität auch geprägt ist von Migration und Integrationsprozessen, es ist deshalb für die Landeskunde durchaus relevant darzustellen, dass Deutschland auch interkulturelle Züge und Praxis hat, das es Vielfalt gibt.

Aber eine Darstellung hinzugekommener migrantischer Praxis bspw. in Familienform und Namen als Deutsch sehe ich als problematische Verzerrung. Die Intention lässt sich vermutlich damit fassen, diese Praxis zu Deutsch zu erklären, um damit den Leuten die Integration zu erleichtern. Sie wird der Aufgabe eines Lehrbuches aber nicht gerecht. Faktisch sind die als Beispiel genannten Namen nicht deutsch, sie werden es auch nicht dadurch, dass sie in zugewanderten Familienkreisen innerhalb des Landes weiter konserviert werden. Will man auch gegenüber Enthusiasten der deutschen Kultur im Ausland gegenüber redlich sein, muss darauf hingewiesen werden. Und an dieser Stelle ist der verlinkte Beitrag nützlich.

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Über Seldis

Ich bin ein politischer Denker auf der Suche nach neuen, positiven Interpretationsweisen nationalen und nationalistischen Denkens. Diese theoretische Denkschule soll einerseits wiederbelebt andererseits in Anknüpfung auch an frühere theoretische Konzepte und Modelle vom Ballast übersteigerten und extremistischen Denkens des Nationalsozialismus befreit werden. Mein Ziel hierbei soll es sein eine patriotisch-nationale Perspektive als Alternative zum ewiggestrigen Denken neonazistischer Gruppen zu eröffnen. Ich würde mich in diesem Kontext selbst als Linksnationalist bezeichnen wollen.
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