Rant: Da ist er wieder der deutsche Antisemitismus?!!

Ein kleiner Rant zum Thema Antisemitismus in Deutschland bezüglich der Verlegung der us-amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem und der folgenden Ausschreitungen.

Eigentlich sind da ja noch andere Artikel in der Pipeline, aber ich verstoße mal wieder gegen die selbst erstellten Auflagen und bringe das hier mit Vorrang. Blog sei Dank darf man sich ja auch mal auskotzen.

Trump anerkennt Jerusalem faktisch als Hauptstadt des Staates Israel durch Verlegung der US-Botschaft. Eigentlich nur eine Formalität, wie jeder, der nicht noch nach der alten Anti-Trump-Leier tanzt, selbst denken kann und einen realistischen Blick auf den Friedens“prozess“ wagt, erkennen müsste. Aber man hat mal wieder auch medial gegen den US-Präsidenten geschossen und dann schon quasi vorentschuldigend gewarnt, wenn die Palästinenser und Araber, Muslime, wieder weltweit einen kollektiven Wutanfall erleiden. Ich will mich aber auch gar nicht zu sehr jetzt mit den Grundlagen dieses Konfliktes befassen, denn das würde eine dezidiertere auch geopolitische und nationalistische Betrachtung erfordern.

Was man klar sagen kann, ist das psychologisch die Situation dort einem Pulverfass gleicht. Dieses Pulverfass hat allerdings einen eigenen Willen und will regelmäßig explodieren und wartet nur auf neue Anlässe. Tatsächlich marktiert die Botschaftsverlegung, zumindest wie sie vollzogen und rethorisch begleitet wurde, keinen sensationell neuen Staus, vielleicht eine Neuausrichtung der amerikanischen Position im Friedensprozess, aber das sind eher Dinge der Zukunft. Jetzt im Moment kann man sagen, war das nur ein willkommener Vorwand, um mal wieder ordentlich die Sau rauszulassen. Und das nicht nur im Nahen Osten oder in Nord-Afrika sondern auch in der westlichen Welt, zumindest überall dort, wo sich der islamische Krebs (entschuldigt, wenn ich mir angesichts der Beobachtungen der letzten Tage zugestehe, doch etwas deutlichere Worte zu finden) inzwischen ausgebreitet hat und munter weiter wächst.

Dabei ist das nicht einmal – und das allein ist schon traurig – nicht einmal sonderlich überraschend. Wir erleben seit Jahren – und das auch schon vor der Flüchtlingskrise, womit wir das zahlenmäßige Problem nur noch weiter verschärft haben – einen wachsenden und öffentlich kaum mehr kaschiert zur Schau gestellten Antisemitismus. Und es sind keine in immer geringerer Stärke und Präsenz auftretenden Glatzen, die alten Nazis. Das wäre eine Welt mit Gewissheiten, mit denen sich die Gesellschaft noch gut anfreunden konnte, weil sie ja die alte innergesellschaftlichen Gut-Böse-Dichotomien so schön bestätigten. Stattdessen erleben wir seit längerem schon, dass sich Juden hierzulande nicht mehr erkennbar als solche in die Öffentlichkeit wagen können. das Synagogen unter ständigen staatlichen Schutz gestellt werden, dass an gewissen Feiertagen und auf arabisch-muslimisch geprägten Märschen, in Moscheen die Vernichtung Israels und der Hass auf Juden (nicht nur israelitischer) gepredigt und von der Masse skandiert wird. In unserem westlichen Nachbarland gab es Anschläge und Morde auf Juden oder jüdische Einrichtungen.

Und es hätte auch klar sein müssen, wenn man eine gewisse zurückgehaltene Dokumentation angeschaut hätte, die den alten, aber vor allem den neuen Antisemitismus in Europa und auch Deutschland unter die Lupe nimmt. Und offenbar waren den Fürsprechern des multikulturellen und multireligiösen Zusammenlebens, das täglich neu ausgehandelt werden soll, bei den Ergebnissen dieser Dokumentation nicht ganz wohl, weshalb sie größeren Kreisen der Bevölkerung zunächst vorenthalten werden sollte.

Inzwischen bekennen sich ARD und WDR wenigstens zu „Auserwählt und Ausgegrenzt“ und bieten es, freilich mit Vorkommentar zum Skandal, in ihren Mediatheken an, also gerne anschauen.

Wer um all dies wusste, konnte kaum überrascht sein, dass es auch hierzulande zu Ausschreitungen kommen würden, zu Ausschreitungen mit einer israel-feindlichen Haltung, einer Haltung mit exterminatorischen Charakter gegen diesen Staat im Speziellen als auch die Juden im Besonderen. Wovon aber selbst ich überrascht war, waren sowohl das Ausmaß in quantitativer aber auch qualitativer Art. Nicht nur waren Massen an Muslimen in verschiedenen Städten auf den Straßen, sondern auch das Ausmaß offen ausgetragenen Antisemitismus war geradezu erschreckend. Und auch wenn jetzt irgendwelche Besserwisser kommen und mir Relativierung vorwerfen wollen: Aufmärsche von Neo-Nazis mit Ausrufen wie „Juden ins Gas!“ hätten ein nationales Entsetzen, eine nationale Erregung und einen massiven gesellschaftlichen Gegendiskurs ausgelöst, vom polizeilichen und juristischen Zugriff der Staatsgewalt ganz zu schweigen. Und zwar mit allem Recht! Stattdessen betretenes Schweigen, peinlich berührtes wegschauen. Und erst mit zeitlicher Verzögerung kritische Stimmen, die mich aber fast noch wütender machen.

Nun weis ich selbst dank der Erfahrung des Alters und damit der Kenntnis früherer Debatten als auch aus eigener Anschauung, das Israel-Kritik selbst der sachlichsten und nur auf den Staat und die Regierung bezogenen Art Vorwürfe des Antisemitismus ausgelöst hat. GErade der Zentralrat der Juden in Deutschland war immer vorne mit dabei. Und ich bin nach wie vor der Ansicht, dass wir mit einem souveränen Staat Israel in diplomatischer und moralischer Hinsicht genauso verfahren müssen und sollten, wie mit jedem anderen Staat auch, dass sich unsere besondere Verantwortung vor allem auf eines konzentriert: eine Garantie des Bestandes des Staates unter vernünftigen Bedingungen und einen Schutz der Juden dort wie hierzulande von exterminatorischem Furor, vor Verfolgung und Diskriminierung. Und diese Ansicht teile ich, auch aus nationalistischer Redlichkeit und jedem Altrechten, der hier mit rassetheoretischen Überlegungen kommt, mit Holocaust-Leugnung und antisemitischen Verschwörungstheorien kann sich von mir aus in seine braune Schmutecke des Internets zurückverpissen.

Umso fassungsloser und zorniger hat mich deshalb in der Vergangenheit schon gemacht, dass diese Gesellschaft, die die unsäglichen Äußerungen eines Gedeon mit wahrem Genuss seziert und sich deshalb und wegen weiteren ewiggestrigen Spurenelementen an der AfD seit Monaten als angeblich antisemitischer Partei abarbeitet, obwohl diese sich dezidiert zu Israel bekannt und den Schutz hier lebender Juden angesprochen haben, sich an jeder isrealkritischen Äußerungen aufgeilen und die Klamotten von der besonderen deutschen Verantwortung dann herauskramen und regelmäßig den ritualhaft erstarrten Schuldkult auf der gleichen Basis immer wieder erneuern. Björn Höcke ist wegen der sinnlosen Infragestellung eines Mahnmals ein Politikum über Wochen und Monate. Nur um ein paar der prominentesten Beispiele des anti-anti-semitischen Nazi-Wahns der letzten Zeit vorzuführen. Diese Spurenelemente finden eine inquisitorische Beachtung, doch wenn eine in die hunderttausende gehende Bevölkerungsgruppe, zerfressen von tiefsitzendem Antisemitismus, ihren Hass offen in den Massen auf die Straßen bringt, in der Vergangenheit wie jetzt auch wieder, dann rauscht es nicht, dann flüstert es nur noch im Blätterwald.

Es ist offenkundig, dass sich hier wieder eine Hierarchie der Täter ganz offen zeigt. Müsste man den Antisemitismus hier kritisieren, diesen Antisemitismus muss man an Wurzeln gehen, die nicht in der deutschen Schuld liegen, sondern in migrantischen Spezifika und das muss bei Strafe vermieden werden oder stets mit einem versöhnlichen Unterton erfolgen, ansonsten müsste man die Stellung des Islam in Deutschland und überhaupt, die Idee von Multikulti oder die offene Grenz- und Einwanderungspolitik einer ganz anderen Bewertung unterziehen. So ruft ein Alan Posener auf, erzählt rührige Geschichten von bekehrten Palästinensern, für die ein Gespräch reicht, während er noch zuvor ein Reden mit Rechten für absurd und nicht zielführend gehalten hat. Aber ich will gar nicht solange bei einer Doppelmoral-Schelte verweilen.

Ich erinnere mich noch daran als ein jetzt schon etwas älterer UN-Bericht vor wenigen Jahren Deutschland ein „wieder“ wachsendes Antisemitismus-Problem bescheinigt hat. Es wurde in den Medien zwar nicht übermäßig aufgeblasen, zumindest erinnere ich keine hysterische Berichterstattung, aber die AfD war damals auch noch wenig bedeutend.
Allerdings war damals schon klar, dass dieser Anstieg, das ging auch hervor, nicht primär einem Erstarken antisemitischer Altrechter zuzurechnen war sondern einer anderen, ganz neuen Quelle: muslimischer Antisemitismus. Wenn ich damals also wie heute dann Phrasen, und es mögen nur Worte sein und doch lassen sie Blicke in die Gedankenwelt der dahinterstehenden Schreiberlinge, höre wie das sich der Antisemitismus wieder in Deutschland zeige, das ein altes Problem ZURÜCKkehre usw. dann könnte mir jedes Mal eine pulsierende Ader an meinem Hals platzen vor Wut.

In den Jahren haben wir dank sozialem Druck, politischer Ausgrenzung und Informationskampagnen (und in jüngster Zeit einer AfD, die inzwischen das weitrechte Lager ausrocknet und an die Wand drückt) geschafft, dass sich der durchaus latent rechts gehaltene Antisemitismus reduziert hat. Es gibt immer noch anti-zionistische bis in den Bereich des antisemitischen hineingehende Kritik im linken Lager (und daher auch noch eine zweite Beißhemmung gegen flaggenverbrennende Araber auf den Straßen), aber an sich kann man sagen, hat Deutschland sich ehrlich bemüht, den Antisemitismus in der Gesellschaft Schritt für Schritt zurückzudrängen. Ein Geschäft liberaler, demokratischer und linker Kräfte, dass würdigenswert ist.

Und statt dieses Projekt weiterzuführen haben wir uns der Illusion hingegeben, dass Menschen aus einer Welt zu holen, die von religiös, historisch und politisch begründeten Judenhass geprägt ist, kein Problem darstellen würde, dass man die Leute schnell umerziehen kann oder das sich in einem Umfeld in dem sowohl Muslime als auch Juden Minoritäten im geeinsamen heroischen Kampf gegen das vermeintlich rassistische Rechts sind, der Antisemitismus oder die Religion nicht mehr weiter auswirken würde.

Es ist ein Antisemitismus, der nicht hier gewachsen ist, der nicht Deutsch ist, nichts wofür Deutschland oder die Detschen eine andere Verantwortung tragen, abgesehen davon ihn als eines von vielen Völkern bzw. Regierungen Europas hierher importiert zu haben. Es ist keine Wiederkehr des klassischen europäischen Antisemitismus, kein Wiedererstarken. Es ist nicht der alte Antisemitismus in alten Schläuchen sondern ein frischer, neuer aber eigentlich ebenso alter Antisemitismus, gegen den die alten Mittel und Gewissheiten nutzlos sind und bei denen weder die Holocaust- noch die Nazikeule verfängt. Letztere wird von besagtem Personenkreis eher den Kritikern entrissen und gegen sie selbst gerichtet.

Es ist all jener Rechtspopulismus-Hysterie zum Trotz kein rechter Mob, der Synagogen angreift, Juden bedroht oder verletzt oder gar ermordet. Es ist keine rechte Hetzstimmung, die unser Land so unsicher gemacht hat, dass es Juden zur Emigration zwingt, in gleichem Maß in dem wir andere unkontrolliert hineinlassen. Tatsächlich im Gegenteil hat eine Partei wie die AfD, haben wir, über die letzten Jahre vor diesem Problem gewarnt, haben das Wachsen dieses Problems kritisch begleitet, überhaupt angesprochen und als Problem benannt und haben ein konsquentes Handeln gefordert. Und was haben wir geerntet? Hetzer, Rassisten, Populisten und Antisemiten – selbst das – mussten wir uns dafür nennen lassen.

Und das ist was mich so unfassbar wütend macht. Am Ende, nachdem jetzt für alle offen zu Tage liegen müsste, dass wir Recht hatten, dass es tatsächlich ein eklatantes, skandalöses Problem mit Antisemitismus und dessen Duldung in der Gesellschaft gibt, dass dieses aber eben nicht von Rechts kommt, wird suggeriert, dass es doch wieder die Deutschen sind. Das wir es sind, die den Antisemitismus neu entdecken. Das es das Bild von brennenden Israel-Fahnen ist, dass Deutschland dieser Tage auch international in den Medien repräsentiert und das natürlich die Muslime am wenigstens Schuld sind. Das es allgemein so dargestellt wird als hätte die DEUTSCHE Gesellschaft immer noch oder wieder ein Problem mit Juden. Der hässliche Deutsche. Der hässliche Neu-Deutsche mag man antworten oder das, was lt. Grünen und SPD Neu-Deutsche sein oder werden soll.

Der Regierungssprecher wagt es dann auch noch, wahrscheinlich noch kollektiv für uns alle von Scham zu sprechen. Über Scham sollte vielleicht die Regierung sprechen, die dies sehenden Auges mitzuverantworten hat und die Regierungen, die das über Jahre in ihrem multi-kulturell geschützten Habitat haben vor sich hinwuchern lassen. Aber nein wir schämen uns jetzt? Mitnichten. Es wird keine erneute Schuldumkehr stattfinden.

Und das lass ich mir nicht ans Bein binden. Die gleichen Leute, die uns ewig die deutsche Schuld vorgehalten haben, machen uns jetzt Vorhaltungen, dass wir offenkundig konsequenter unsere lehren daras gezogen haben, als sie selbst. Verharmlosen sowohl die Bedrohung als auch den Skandal, der von diesen muslimischen Bevölkerungsgruppen ausgeht. Wenn sich denn ein Zentralverratsrat der Juden in Deutschland hinstellt und sich selbst als Sprachrohr der Verharmloser beätigt, dann weis man auch, warum patriotische und wahrlich nicht lebensmüde Juden in Deutschland mit diesem längst gebrochen haben und sich auch zu einer AfD zumindest wahltaktisch bekennen, die diese Probleme wenigstens anspricht. Dazu ein interessantes Interview zwischen Friedrich von Osterhal und „dem jüdischen Patrioten“ Leo:


Wenn ich angesichts diese widerwärtigen, massiven Zurschaustellung von Hass auf den Straßen von Berlin, München oder Köln dann und dem eklatanten Missverhältnis zwischen tausenden oder gar hunderttausenden importierten Antisemiten und ewiggestrigen Spurenelementen wie Gedeon oder Nazis aus Hinter-Frohna dann hören muss: „Aber was ist mit der AfD?!! Es gibt auch deutsche Antisemiten?!! als mache das irgendwas besser, als ändere es etwas an den Relationen oder der konkreten Gefahr, dann kann ich nur sagen: Fickt euch, fickt euch alle. Löscht euch und lasst euch mal testweise mit einer Kippa auf dem Kopf doch auch mal kulturbereichern und schaut wieviele Deutsche oder wieviele Goldstücke sich dann an diesem Vorgang beteiligen.

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Über Seldis

Ich bin ein politischer Denker auf der Suche nach neuen, positiven Interpretationsweisen nationalen und nationalistischen Denkens. Diese theoretische Denkschule soll einerseits wiederbelebt andererseits in Anknüpfung auch an frühere theoretische Konzepte und Modelle vom Ballast übersteigerten und extremistischen Denkens des Nationalsozialismus befreit werden. Mein Ziel hierbei soll es sein eine patriotisch-nationale Perspektive als Alternative zum ewiggestrigen Denken neonazistischer Gruppen zu eröffnen. Ich würde mich in diesem Kontext selbst als Linksnationalist bezeichnen wollen.
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